Die Grundsätze unserer Arbeit
Durch die Kooperation mit Schulen ergänzt die kirchliche Jugendarbeit mit ihrem Engagement einen wichtigen Teil im Bildungs- und Erziehungsauftrag für Kinder und Jugendliche. Somit ist die Arbeit für und mit Schüler*innen ein ausdrücklicher Schwerpunkt in der kirchlichen Jugendarbeit der Erzdiözese Freiburg – ein besonderer Fokus liegt hierbei auf Werkreal- und Gemeinschaftsschulen.
Auch hier ist es notwendig, jungen Menschen Orientierungs- und Erlebnisräume zu schaffen, in denen sie sich mit den Fragen des Lebens beschäftigen können. Und dies unabhängig ihrer religiösen Herkunft.
Bewertungsfreiheit
Über die Gleichberechtigung hinaus wird Bewertungsfreiheit vor allem im Sinne eines druck- und leistungsfreien Raumes verstanden, den die Angebote im Schulbereich bieten. Für die Mitarbeitenden zählt nicht die inhaltliche Leistung, die am Ende der Veranstaltung abgeprüft wird, sondern das Interesse, die Motivation und der Einsatz, mit denen Schüler*innen sich ins Thema und in die Gemeinschaft einbringen.
Prozessorientierung
(gilt nur bedingt für Mobbing Prävention und KoKo Training)
Im Mittelpunkt der Veranstaltungen stehen die Schüler*innen mit ihren Fragen und Themen. Der Maßstab einer erfolgreichen Arbeit ist nicht erreicht, wenn bestimmte Inhalte vermittelt wurden, sondern wie sehr es gelingt, den Themen der Jugendlichen und damit ihnen selbst näher zu kommen. Veranstaltungen werden als Prozesse verstanden, was für das Leitungsteam bedeutet immer wieder innezuhalten, nachzufragen und neu zu überlegen. Prozessorientierung setzt das Prinzip der Mitbestimmung und Partizipation voraus.
Selbstorganisation
(nicht bei Mobbing Prävention und KoKo Training)
Die Organisation von Speiseplan, Essenseinkauf, Anfahrt, Zeitplan, Kochen, usw. ist für manche Klassen sehr ungewohnt und stellt ein Lernfeld für die Gemeinschaft dar. Die Angebote bieten Freiräume sich auszuprobieren und aus Fehlern und Erfolgen zu Lernen.
Gleichberechtigung & Geschlechtergerechtigkeit
Die Mitarbeitenden erkennen jeden Menschen als von Grund auf wertvoll an. Deshalb machen sie keine Unterschiede bei Aussehen, Bildung, Herkunft, geschlechtliche Identität, sexuelle Orientierung etc. Frauen, Männer und alle anderen Geschlechter stehen sich gleichberechtigt gegenüber. Dies schließt ein, dass bei manchen Themen geschlechtergetrennt gearbeitet wird.
Freiwilligkeit
Die Teilnahme an den angebotenen Veranstaltungen ist freiwillig und wird von jedem*r Schüler*in persönlich getroffen. Wichtiges inhaltliches Kriterium dafür ist, ob sich der*die Einzelne auf die Lernerfahrung mit den anderen zu dem gemeinsam gewählten Thema einlassen kann und will, und dies zu den räumlichen und zeitlichen Bedingungen der Veranstaltung. Der Anspruch, sich persönlich ansprechen und anfragen zu lassen, setzt eine freiwillige Entscheidung voraus. Eine freiwillige Entscheidung für oder gegen die Veranstaltung wird jedoch als verbindlich verstanden, so dass eine durchgängige An-bzw. Abwesenheit vorausgesetzt wird.
Ganzheitlichkeit
In der inhaltlichen und methodischen Gestaltung wird darauf geachtet, nicht nur kognitive Zugänge zu schaffen, sondern die mehrdimensionale Aufnahme bzw. Wahrnehmungsfähigkeit der Jugendlichen anzuregen. Durch erlebnispädagogische Methoden, Sinnesübungen und anderen Körperarbeitselemente, durch nonverbale Kommunikationsformen, aber auch durch kreative zu gestaltende Aufgaben erleben Jugendlichen sich und die anderen oft auf intensive Weise, als dies der Schulalltag zulässt.
Partizipation & Mitbestimmung
Mitbestimmung ist ein Gestaltungsprinzip und zeigt sich z.B. in der Themenwahl beim Klassenbesuch oder bei der Programmabfolge während der Veranstaltung. Sie ist aber auch ein zentraler Bestandteil der Prozessorientierung und zeigt sich im gemeinsamen Weiterentwickeln der thematische Arbeit, in der gemeinsamen Klärung der Umgangsregeln, der Vereinbarungen zur Gestaltung bestimmter Tageszeiten usw. Zudem fördert es den persönlichen Lernerfolg und das "sich-Einlassen" auf die Themen und Aufgaben. Damit dies gelingen kann, versucht das Leitungsteam stets transparent mit Leitungsaufgaben umzugehen.
Reflexivität
Reflexion ist ein wesentliches Gestaltungsmerkmal unserer Arbeit. Durch die Prozessorientierung und dem partnerschaftlichen Umgang wird vorausgesetzt, dass sich die am Lernprozess Beteiligten auch immer wieder durch einen Blick in den (Rück-)Spiegel vergewissern, wo sie gerade stehen. Daher findet die Reflexion auf zwei Ebenen statt:
Als Element inhaltlicher Arbeit mit den Teilnehmenden und als Element betreffend der Arbeit im Leitungsteam. Somit wird das eigene Handeln, wie auch der Gruppenprozess und die inhaltlichen Methoden reflektiert und der Gruppe entsprechend gestaltet.
Als Element inhaltlicher Arbeit mit den Teilnehmenden und als Element betreffend der Arbeit im Leitungsteam. Somit wird das eigene Handeln, wie auch der Gruppenprozess und die inhaltlichen Methoden reflektiert und der Gruppe entsprechend gestaltet.
